Der Wettbewerb 2011 – alle Informationen

Die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim und die Volkshochschule des Rhein-Pfalz-Kreises laden ein zum

24. Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe 2011

Die Ausschreibung richtet sich an alle, die sich der Pfälzer Mundart verbunden fühlen.

Der Wettbewerb ist für zwei Kategorien ausgeschrieben:

1. Kategorie: Lyrik in Mundart

Es können bis zu zwei bislang noch nicht – auch nicht im Internet – veröffentlichte Gedichte in Pfälzer Mundart eingereicht werden. Themen und Form (Endreim oder reimlos) sind freigestellt. Die von einer unabhängigen Jury ermittelten zehn besten Gedichte können mit Geldpreisen in Höhe von 250,--/150,--/100,-- Euro und mit Sachpreisen honoriert werden.

2. Kategorie: Prosa in Mundart

In dieser Kategorie können bis zu zwei bislang noch nicht – auch nicht im Internet – veröffentlichte Prosatexte, die nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten (1 ½-zeilig geschrieben) umfassen sollen und in Mundart abgefasst sind, eingereicht werden.

Die von einer unabhängigen Jury ausgewählten fünf  Prosatexte können mit Geldpreisen in Höhe von 250,--/150,--/100,-- Euro und mit Sachpreisen honoriert werden.

Preis des Kultur- und Heimatkreises Dannstadter Höhe e. V.

Der Preis wird einem/einer Teilnehmer/in zuerkannt, dessen/deren Mundarttext Kultur, Leben, Tradition oder Brauchtum unserer Region in besonderer Weise spiegelt.

Hinweis:

Die Teilnahme an beiden Wettbewerbskategorien (Lyrik und Prosa) ist möglich. Erzielt ein Teilnehmer/eine Teilnehmerin in verschiedenen Kategorien einen Platz unter den besten Einsendungen, kann er/sie selbst wählen, in welcher Kategorie er/sie an der Endausscheidung teilnehmen will. Dies geschieht in einer öffentlichen Veranstaltung, in der jeder Preisträger der Kategorien "Lyrik" und "Prosa" seinen/ihren Text persönlich vorträgt.

Alle prämierten Arbeiten werden in einer Broschüre und im Internet unter www.mundart-dannstadter-hoehe.de veröffentlicht.

Die Teilnehmer/innen des Wettbewerbes stellen ihre Beiträge für eine eventuelle Publikation honorarfrei zur Verfügung. Außerdem verpflichten sich die Teilnehmer/innen im Falle der Auswahl ihre Beiträge persönlich am Freitag, 13. Mai 2011, 19.00 Uhr, im Zentrum Alte Schule, Ortsteil Dannstadt, im Rahmen der öffentlichen Schlussveranstaltung persönlich vorzutragen.

Die Jury behält sich vor Preise nicht zu vergeben oder zu splitten.
Die Entscheidungen der Jury sind nicht anfechtbar.

Wer am "24. Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe 2010 " teilnehmen möchte, reicht bis spätestens 1. April 2011 seine Beiträge unter dem Kennwort "Mundartwettbewerb 2011 " bei der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, Am Rathausplatz 1, 67125 Dannstadt-Schauernheim, z. H. Frau Lucas, ein.

Die Absenderangaben mit vollständiger Anschrift einschliesslich Postleitzahl und Telefonnummer erbitten wir in Druckschrift.

Nähere Informationen können bei o.g. Stelle (Tel.: 06231/401-142 oder -143) eingeholt oder per E-Mail info@mundart-dannstadter-hoehe.de oder unter www.mundart-dannstadter-hoehe.de abgerufen werden.

Jury

Bruno Hain (Jurymitglied seit 1989)

Germanist und Mundartautor, Böhl-Iggelheim

Hedy Heller (1988)

Vorsitzende des Kultur- und Heimatkreises Dannstadter Höhe e.V.

Dr. Dr. Nikolaus Hofen (1988)

Germanist, Rödersheim

Meinolf Schmid (1988)

KVHS-Direktor i.R., Dudenhofen

Dr. Josef Schwing (1988)

Dialektologe, Neuhofen

Norbert Stuck (2007)

Lehrer, Experte für Laienspiel, Haßloch

Anneliese Thürwächter (1995)

Lehrerin i.R. und Mundartautorin, Billigheim


Näheres zu den Mitgliedern der Jury

Herausgeber

Volkshochschule Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim

Redaktion

Bruno Hain

Zur Geschichte des Mundartwettbewerbs „Dannstadter Höhe“

Im Jahre 1987 feierte der Männergesangverein „Frohsinn Rödersheim“ sein 100-jähriges Bestehen. Für das Jubiläum hatten sich die Verantwortlichen etwas Besonderes ausgedacht: Sie schrieben einen Mundart-Wettbewerb aus. Die Einsender / – innen sollten ein Gedicht schreiben, in dem Rödersheim und der MGV Frohsinn besonders gewürdigt wurden. Der Jury gehörten der damalige Verbandsbürgermeister Heinz-Werner Ziegler, Meinolf Schmid, damals Leiter der Kreisvolkshochschule Ludwigshafen und die beiden Mundartautoren Paul Tremmel und Karl-Jörg Walter an. Der Erfolg dieser Veranstaltung veranlassten den Verbandsbürgermeister in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule einen neuen Mundartwettbewerb ins Leben zu rufen. Die erste Ausschreibung richtete sich „. . . an alle, die zwischen Rhein und Haardtgebirge geboren sind, dort ihren Wohnsitz haben oder sich der Vorderpfalz, ihrer Geschichte und Kultur . . . verbunden fühlen . . .“ Zugelassen waren Gedichte im Endreim, mit nicht mehr als 32 Zeilen Umfang. Am Dannstadter „Radieselfest“ 1988 fand der 1. Mundartwettbewerb „Dannstadter Höhe“ statt, den die aus Bad Dürkheim kommende Waltraud Meißner mit ihrem Gedicht „Neies Läwe“ gewann. Der Jury bestand aus Hedy Heller, Dr. Nikolaus Hofen, Meinolf Schmid, Dr. Josef Schwing und Karl-Jörg Walter.

Schon im zweiten Jahr, 1989, gab es eine Neuerung. Neben einem Preis für Lyrik wurde auch ein Prosa-Preis ausgelobt. Erster Preisträger in dieser Kategorie war Toni Ostermayer mit dem Text „Wie's Radiesel zu soim Nome kumme isch“. 1990 stiftete der „Kultur- und Heimatkreis Dannstadter Höhe e. V.“ einen Sonderpreis, den der Prosapreisträger des Vorjahres, Toni Ostermayer, gewann.

Um die Eigenständigkeit des Wettbewerbs hervorzuheben, erfolgte eine terminliche und räumliche Trennung vom „Radieselfest“, ebenso wurde die enge regionale Begrenzung aufgehoben und ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass die Preisträger mittlerweile aus dem gesamten Raum zwischen Neckar und Saar, Bien- und Odenwald kommen. 1993 und 1994 gab es einen Sonderpreis des damals in Speyer ansässigen cjm – Verlags. Er bestand in der Erstveröffentlichung eines bibliophilen Mundartbändchens in diesem Verlag und es erschienen „Glaswelte“ von Helga Schneider (1993) und „'s alde Haus“ von Werner Mühl (1994). Erst- und einmalig wurde 1996 ein „Preis für Kindergedichte“ ausgeschrieben. Zum 11. Wettbewerb 1998 wurde der bis dahin vorgeschriebene Endreim für Gedichte aufgehoben.

Die Befürchtungen, dass ungereimte Gedichte den Wettbewerb „überschwemmen“ haben sich nicht bewahrheitet. Nach wie vor liegt die Quote der gereimten Gedichte bei den Einsendungen bei etwa 60 Prozent. Seit dem Jahre 2001 wird beim Dannstadter Wettbewerb auch ein Preis für eine „szenische Darstellung“ vergeben. Der erste Preisträger in dieser Kategorie war Anton Meißner aus Wattenheim mit „Äämol Rodekerche ääfach!“

Seit 1988 wurden zu diesem Wettbewerb 3066 Texte eingereicht, was einem Jahresdurchschnitt von 161 Texten entspricht. Vergeben wurden insgesamt 280 Preise an 77 Autorinnen und Autoren (Stand: Mai 2006).