Presse-Berichte – was Zeitungen über den Mundartwettbewerb schreiben
- Redde is Silwer
(DIE RHEINPFALZ)
- Süffisante „Saujachd“
(DIE RHEINPFALZ)
- „Uff gut pälzisch“ dichten und gewinnen
(DIE RHEINPFALZ)
- Autoren ringen um Preis und Ehre
(DIE RHEINPFALZ)
- 22. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe
(Amtsblatt Dannstadter Höhe)
Redde is Silwer
DIE RHEINPFALZ
DANNSTADT-SCHAUERNHEIM:
103 Einsendungen bei Mundartwettbewerb - Nur zwei Beiträge in der Szenischen Darstellung
Nachdenkliches und Heiteres haben die Besucher der Endausscheidung des Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe am Freitag im Zentrum Alte Schule gehört. Der Wettbewerb sei eine bewährte und vielbeachtete Veranstaltung, was die mehr als 130 Einsendungen und der vollbesetzte
Saal zeigten, sagte Beigeordnete Gabriele Böhle bei der Begrüßung. Josef Settehneyer siegte in der Kategorie Lyrik (die RHEINPFALZ am Sonntag berichtete), Wilfried Berger in der Prosa.
Pfälzisch sei zwar ,,nicht der erotischste Dialekt“, komme aber vom Herzen und drücke Gefühle aus, brach Gabriele Bohle eine Lanze für die Mundart. Seinen Teil zur Pflege des Pfälzischen trug auch Landrat Werner Schröter (SPD) bei. Obwohl er den Großteil seiner Ansprache in Hochdeutsch hielt, hatte er doch eine Überraschung in Pfälzisch für das Publikum: Ende Mai soll ein Pfälzer Liederheft herauskommen, dessen Druck Schröter initiiert hat.
Die Kategorie Lyrik war mit 103 Einsendungen die beliebteste Form der Mundartautoren, während nur 27 Prosastücke eingereicht wurden. Als Sorgenkind erwies sich jedoch die Kategorie Szenische Darstellung, in der nur zwei Beiträge eingingen, wie Nikolaus Hofen, der durch das Programm führte, erläuterte. Diese Beiträge hätten sicher Anerkennung verdient, aber nicht den Vorstellungen
der Jury entsprochen. Auch in den beiden anderen Kategorien wurde in diesem Jahr jeweils ein Preis weniger vergeben - ,,im Interesse des Anspruchsniveaus des Wettbewerbs“, sagte Hofen. Die Jury hatte im Vorfeld bereits für verschiedene Kriterien Punkte vergeben.
Nun mussten sich am Freitag die Dichter mit ihrem mündlichenVortrag selbst der Jury stellen. Vom Älterwerden handelten gleich mehrere Beiträge. Peter Eckert aus Waldgassen blickte mit Bedauern und Wehmut auf das, was im Lauf der Jahre unwiederbringlich verloren geht - sei es Gesundheit,
ein gutes Gedächtnis oder Freunde. Für Barbara Frank, die selbst nicht anwesend sein konnte, las Renate Demuth die fast bittere Lebensbilanz der Zweibrückenerin mit dem Titel ,,Vum Schwänze und Vebasse“ vor.
Zum Schmunzeln brachte ,,ein alter Bekannter“ das Publikum: Hermann Josef Settelmeyer, der bereits 2008 den ersten Preis einheimste, konnte erneut den Sieg erringen. In diesem Jahr entführte er die Zuhörer ins Mittelalter. Am Beispiel Karls des Großen, der im Bärenfell auf ,,Saujachd“ geht, stellte der Lingenfelder nicht nur den eitlen Hofstaat bloß sondern nahm mit spitzer Feder auch die ,,aufgeblasene Obrigkeit“ aufs Korn. Für herzhaftes Gelächter sorgte der Zweitplatzierte in der Kategorie Lyrik, Gerd Runck. Der Landauer hatte treffend die Sorgen und Wünsche eines Schriftstellers wiedergegeben, dem im Prinzip egal ist, ob seine Bücher gelesen werden, Hauptsache, sie werden gekauft. ,,Eichentlich misst‘s iwwerhaupt känns lääse, numme missten‘s alle Leit kääfe“, formulierte Runck seine Bestsellerphilosophie verschmitzt auf Pfälzisch.
Um Wünsche ging es auch in dem Gedicht von Albert H. Keil aus Dirmstein, der von der Jury mit dem dritten Preis bedacht wurde. Fast andächtige Stille herrschte im Saal bei den Versen über einen Mann, der - wie im Märchen - einen Wunsch aussprechen darf, der in Erfüllung geht.
Nur der Ärmste plagte sich und quälte sich - ihm fiel einfach nichts ein, bis er endlich an der Wiege seines eigenen Kindes steht: ,,Mach, Herrgott, dass däss klänne Kind mäh Glick wie ich und Friede find un leichder geht dorchs Läwe.“
Der Elsässer Wilfried Berger wurde wie 2008 Erster in der Kategorie Prosa. Berger lüftet, in der Erzählung ,,Em Ungkel Willi sein Werfelzugger“ mit hintersinnigem, feinen Humor das Geheimnis einer Würfelzuckerschachtel. Zweiter wurde der Ludwigshafener Manfred Dechert. Seine Geschichte ,,Ich hann halt bloß schaffe gelernt“ beschreibt einen Menschen, der ohnmächtig in einer Lebenssituation verhaftet ist. Die Drittplatzierte in der Kategorie Prosa, Renate Demuth (Ludwigshafen) knüpft mit ihrem Text ,,Redde is Silwer, Schweiche is Gold“ an die wehmütigen Kindheitserinnerungen an, die bereits den Auftakt der Lesungen
gebildet hatten. Allen Mundartdichtern rief Hanns Stark aus Bobenheim-Roxheim zu:
"Blooß net noolosse“, um sie zum Weiterschreiben zu animieren, auch wenn die Preise ausbleiben. Vorsitzende Hedy Heller verlieh ihm für sein Gedicht den Preis des Kultur-und Heimatkreises Dannstadter Höhe. (mmö)
DIE RHEINPFALZ, 11.05.2009
Süffisante „Saujachd“
DIE RHEINPFALZ
DANNSTADT/BOCKENHEIM.
Hermann Settelmeyer hat am Freitag beim 23. Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe wie schon 2008 den ersten Preis in der Kategorie Lyrik erhalten. Er gewann im Zentrum Alte Schule in Dannstadt mit dem Gedicht ,,Saujachd“. Das Werk gebe die ,aufgeblasene Obrigkeit“ süffisant der Lächerlichkeit preis, so die Jury-Begründung. Gerd Runck aus Landau wurde Zweiter, Albert H. Keil aus Dirmstein kam auf den dritten Platz. In der Kategorie Prosa gewann Wilfried Berger mit der Geschichte ,,Ern Ungkel Willi sen Werfelzugger“ vor Manfred Dechert aus Ludwigshafen und Renate Demuth aus Kaiserslautern. Hanns Stark aus Bobenheim-Roxheim bekam den Preis des Kultur-und Heimatkreises Dannstadter Höhe.
DIE RHEINPFALZ AM SONNTAG, 10.05.2009
„Uff gut pälzisch“ dichten und gewinnen
DIE RHEINPFALZ
DANNSTADT-SCHAUERNHEIM
Dannstadt sucht wieder Mundartautoren: Bis zum 1. April können die Schreiber mundartlicher Lyrik, Prosa oder szenischer Darstellungen ihre Werke bei der Verbandsgemeindeverwaltung einreichen. Zum Finale, bei dem die zehn besten Texte von den Autoren selbst vorgelesen werden, treffen sich die Dichter am 8. Mai, um 19 Uhr im Zentrum Alte Schule in Dannstadt. Jeder Autor darf sich mit höchstens zwei bisher nicht veröffentlichten Gedichten oder Prosatexten bewerben. In der Kategorie „Szenische Darstellung“ darf nur ein Werk eingereicht werden. Die Gewinner erhalten Geld- und Sachpreise. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 06231/401142 oder 401143 oder im Internet unter www.mundart-dannstadter-hoehe.de. (rhp)
DIE RHEINPFALZ, 07.03.2009
Autoren ringen um Preis und Ehre
DIE RHEINPFALZ
Endspurt für Anmeldung beim Mundart-Wettbewerb
Für Mundart-Autoren geht am heutigen Mittwoch, 1. April, die Ausschreibungsfrist für den diesjährigen Mundart-Wettbewerb „Dannstadter Höhe“ zu Ende.
Teilnehmen können Autoren mit Beiträgen in Lyrik, Prosa oder szenischer Darstellung. Eine gleichzeitige Teilnahme in allen Kategorien ist möglich. Die besten Arbeiten werden von einer Jury ausgewählt und mit Geldpreisen zwischen 100 und 250 Euro honoriert. Die Jurymitglieder werden noch bekannt gegeben. Der Preis des Kultur- und Heimatkreises Dannstadter Höhe wird einem Teilnehmer zuerkannt, dessen Text in besonderer Weise Kultur, Leben, Tradition oder Brauchtum der Region widerspiegelt.
Am Freitag, 8. Mai, findet im Zentrum Alte Schule eine öffentliche Schlussveranstaltung statt, bei der ausgewählte Teilnehmer ihre Werke vortragen. Alle prämierten Arbeiten werden in einer Broschüre und im Internet veröffentlicht. (mmö)
INFO
Gemeinsamer Veranstalter sind die Verbandsgemeinde und der Rhein-Pfalz-Kreis. Die Beiträge sollten unter dem Kennwort „Mundartwettbewerb 2009“ bei der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, Am Rathausplatz 1, Dannstadt-Schauernheim, zu Händen von Angelica Lucas, eingereicht werden. Nähere Informationen zur Ausschreibung gibt es unter Telefonnummer 06231/401-142 oder per Mail unter info@mundart-dannstadterhoehe.de.
DIE RHEINPFALZ, 01.04.2009
22. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe
Amtsblatt Dannstadter Höhe
Der 22. Mundart-Wettbewerb Dannstadter Höhe stand auch in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft von Herrn Landrat Werner Schröter, der gleichzeitig auch Mitveranstalter des Mundart-Wettbewerbes ist. Die Erste Beigeordnete, Frau Gabriele Böhle, konnte in Vertretung von Herrn Bürgermeister Günter Beckstein zahlreiche Ehrengäste begrüßen und freute sich über viele Zuhörer und Interessierte der Pfälzer Mundart.
Alle Finalisten hatten eines gemeinsam: Sie begeisterten die Jury und ihr Publikum gleichermaßen mit einer gelungenen Mischung von heiteren und ernsten Beiträgen auf hohem Niveau.
Die Jury hatte die Aufgabe, aus 103 Beiträgen in der Kategorie
Lyrik in Mundart, 27 Beiträgen in Prosa in Mundart und 2 Beiträgen in der Kategorie szenische Darstellung in Mundart eine Auswahl zu treffen.
Folgende Preisträger wurden ermittelt und ausgezeichnet:
Lyrik in Mundart
1. Preis „Saujachd“ Settelmeyer Hermann J., Lingenfeld
2. Preis „Mei Lieblingsbuuch“, Runck Gerd, Landau
3. Preis „Wunschlos“, Keil Albert H., Dirmstein
4. Preis „Schwundinventur“ odder „Hans im Glick“, Eckert Peter, Wadgassen
5. Preis „Schnauser…“, Schneider Norbert, Rehborn
6. Preis „Drei Nochberinne“, Ruppert Karin, Speyer
7. Preis „Iwwerlewenshilf“, Wörz Günter, Brühl
8. Preis „De Anner“, Kiefer Edda, Enkenbach-Alsenborn
9. Preis „Vum Schwänze un Vebasse“, Franke Barbara, Zweibrücken
Prosa in Mundart
1. Preis „Em Ungkel Willi sein Werfelzugger“, Berger Wilfried, Lobsann/Elsass
2. Preis „Ich hann halt bloß schaffe glernt“, Dechert Manfred, Ludwigshafen
3. Preis „Redde is Silwer, Schweiche is Gold“, Demuth Renate, Kaiserslautern
4. Preis „Pälzisch babble – Pälzisch schreiwe“, Mühl Werner, Kandel
Preis des Kultur- und Heimatkreises Dannstadter Höhe e.V.
„Blooß net noolosse!“, Stark Hanns, Bobenheim-Roxheim
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von dem „Ensemble Trois“. Drei junge Musiker/in Alexandra Lehmler (Saxophon), Matthias Debus (Kontrabass) und Bernhard Georg Vanecek (Posaune), die mit ihren Jazzbeiträgen das Publikum begeisterten.
Durch das Programm führte in altgewohnter Weise mit meisterhaftem Sprach- und Wortwitz Herr Dr. Dr. Nikolaus Hofen, Mitglied der Jury.
Auf unserer Internetseite finden Sie in Kürze die prämierten Beiträge sowie Informationen zum Wettbewerb. Die Beiträge können dann auch im Originalton angehört werden.
Also schauen oder hören Sie mal rein:
www.mundart-dannstadter-hoehe.de – Es lohnt sich!
Danken möchten wir den Teilnehmern, geladenen Gästen und den Zuhörern, die Mundart als ein Stück Kultur, als ein Stück regionale Identität und als Instrument einer vielfältigen Ausdruckskraft erlebten.
Amtsblatt Dannstadter Höhe - KW 20/2009



